Vaclav Havel – Ein sehr berührendes Buch / A very touching book

Vaclav Havel – Ein sehr berührendes Buch / A very touching book

More than five years ago, on a dark and cold day in Prague, Vaclav Havel died on December 18th, 2011. He was a dissident who served several times in prison under the communist regime, he was president of Chechoslovaquia, later for ten years president of the Chech Republic. But more than anything else he was a writer and a humanist. His friend Michael Zantovsky has written a biography: „Vaclav Havel – Living in truth“, which touched me. The author warns the reader in the prologue that he may not always have resisted the temptation to write a hagiography. But that is just a disclaimer. The book is no hagiography, Zantovsky keeps a very sympathetic, but sharp, precise and never uncritical view on Havel. The book is not just a description of somebody who produced plays and literature and by accident became a president – the biography itself is literature. In a very sensible way Zantovsky brings Havel near to us as a human being with all his weakness and even tenderness, with his doubts about himself, with his life as a bohemien and at the same time somebody living his philosophy. To live in truth was his motto. However, Havel believed that he did not always comply with his own standards – he was often more critical of himself than his friends were. The book shows that Havel’s life is not split between literature and politics: both is one in the same person. The book came out in 2014 – I only read it now – and I can recommend it. If it were just about history, it would already be worth reading. But it is much more: a wonderful book about „La Condition Humaine“.


Vor mehr als fünf Jahren, an einem dunklen, kalten Tag starb am 18.Dezember 2011 in Prag Vaclav Havel. Er war ein Dissident, der unter kommunistischer Herrschaft mehrmals ins Gefängnis geworfen wurde, er war Präsident der Tschechoslowakei, und er war danach für zehn Jahre Präsident der Tschechischen Republik. Mehr als alles andere aber war er ein Schriftsteller und ein Humanist. Sein Freund Michael Zantovsky hat eine Biografie „Vaclav Havel – In der Wahrheit leben“ geschrieben, ein Buch, das mich angerührt hat. Der Autor warnt den Leser im Prolog, dass er der Versuchung, eine Hagiografie zu schreiben, vielleicht nicht immer widerstanden habe. Aber das ist nur ein „Disclaimer“. Das Buch ist keine Hagiografie. Zantosvky wirft einen sympathischen, aber stets scharfen, präzisen und nie unkritischen Blick auf Havel. Das Buch ist nicht einfach eine Beschreibung von jemandem, der Stücke schrieb und Literatur produzierte und dann durch zufällige Umstände Präsident wurde – die Biografie ist selbst Literatur. In sehr sensibler Weise bringt Zantovsky uns Havel nahe als ein Mensch mit all seinen Schwächen und Verletzlichkeiten, mit seinen Selbstzweifeln, seinem Leben als Bohemien und zugleich jemand, der seine Philosophie lebt. „In der Wahrheit leben“ war sein Motto. Trotzdem: Havel glaubte, dass er seinen eigenen Ansprüchen nicht immer genügte – er war oft kritischer gegen sich selbst als seine Freunde ihm gegenüber. Das Buch zeigt, dass Havels Leben nicht zwischen Literatur und Politik gespalten war: beides ist in der einen gleichen Person vereint. Das Buch ist 2014 erschienen, ich habe es jetzt erst gelesen – und ich kann es weiterempfehlen. Es wäre schon lesenswert, wenn es nur um die Geschichte seiner Zeit ginge. Aber es ist mehr: ein wunderbares Buch über die „Condition Humaine“.

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