REFERENDEN: warum keine Gegenreferenden ?

Ich war noch nie ein Freund von Referenden. Aber ich beginne mich mit der Idee anzufreunden, in der Europäischen Union immer dann Gegenreferenden zu veranstalten, wenn etwas einseitig durch Referendum entschieden werden soll.
Referenden fehlt aus meiner Sicht fast jede Sicherung gegen das Durchbrennen des Populismus. Aber wenn andere nun unbedingt auf Referenden in ihren Nationalstaaten mit gesamteuropäischen Folgen bestehen, dann ist es eigentlich logisch dieses Instrument auch bei uns zu nutzen:
Mein Vorschlag wäre also: wann immer in einem EU-Mitgliedsland ein Referendum veranstaltet wird, bei dem die nationale Regierung in ihrer Politik gegenüber der EU gebunden wird – z.B. bestimmte Verhandlungspositionen zu vertreten, dann sollte bei uns ein Referendum darüber stattfinden, ob diese Verhandlungsposition akzeptabel ist – oder eben nicht. Es ist eine ungute Assymmetrie, wenn eine andere Regierung durch eine Volksabstimmung so fest gebunden ist, dass sie eigentlich keine Spielräume mehr hat, während auf unserer Seite dann eine Regierung verhandelt, die alle Spielräume für einen Kompromiss hat. Wenn schon „Volksdiplomatie“, dann richtig. Dann werden eben so lange Referenden und Gegenreferenden veranstaltet, bis alle Themen zur Zufriedenheit aller Seiten vollständig ausgehandelt sind. Dann muss eben versucht werden, die Kompromisse, die sonst Diplomaten im Auftrag ihrer Regierungen aushandeln, direkt von Volk zu Volk auszuhandeln.
Sagt jemand, das ginge nicht ? Referenden sind ja populär – und verhandeln, das kann doch jeder, der einmal auf dem Flohmarkt gefeilscht hat !
Und wenn es nicht klappt ? – Dann könnte man ja ein Referendum abhalten, mit dem entweder Referenden oder die EU abgeschafft wird – was immer Volkes Wille ist.

(für alle mit Humor-Allergie: Bitte den Artikel nicht zu ernst nehmen!)